Ein europäisches Plus:

EURO

Der Euro – ein europäisches Plus

Zwischen Feuerwerk und Glühwein hatten die Menschen in der Silvesternacht 2002 ein ungewöhnliches Ziel: den Geldautomaten ihrer Bank. Viele Bürger wollten zu den ersten gehören, die die neuen Euro-Scheine in der Hand hielten. Stolz zeigten sich wildfremde Menschen bei klirrender Kälte gegenseitig das neue Symbol der europäischen Einheit. Der Euro – mit dem 1. Januar 2002 wurde er im Alltag zum ständigen Begleiter, und wer heute über eine der vielen Grenzen zwischen den 19 Euro-Staaten fährt, kann sich gelassen zurücklehnen und an die Zeit zurückerinnern, als kurz vor dem Grenzübertritt die Panik einsetzte: „Haben wir auch genug Geld getauscht?“

Das mühsame Umrechnen entfällt

Quer durch Europa reisen und in den meisten Staaten problemlos mit dem Euro bezahlen können, das ist der augenfälligste Vorteil der gemeinsamen Währung. Und es geht dabei ja nicht nur um den Wegfall der lästigen Umtauschgebühren oder des mühsamen Umrechnens („… eine Mark sind sieben Komma irgendwas Schilling …“). Mit dem Euro wurde auch Preistransparenz beim Einkauf geschaffen. Und es entfiel das Risiko von Wechselkursschwankungen, das die Menschen im Urlaub seinerzeit genauso heftig betraf wie die Unternehmen in ihren täglichen Geschäften. Auf- und Abwertungen produzieren vor allem Unsicherheit und je heftiger sie ausfallen, umso größer sind die Verwerfungen.

Der Handel unter den Euro-Ländern wächst

Natürlich sind die Vorteile einer gemeinsamen europäischen Währung in erster Linie wirtschaftlicher Natur – es geht ja schließlich ums Geld. Studien belegen, dass die Euro-Mitgliedsländer allesamt auf unterschiedliche Weise vom Euro profitiert haben und weiterhin profitieren. Für Unternehmen hat die gemeinsame Währung zum Beispiel die Exporte erleichtert und damit auch Arbeitsplätze gesichert. Die Euro-Länder haben ihren Handel untereinander ausgebaut, haben Fabriken und Verkaufsräume über die Grenzen hinweg miteinander verbunden und für die Menschen in Europa das Verständnis füreinander verbessert.

Dass in den ersten 15 Euro-Jahren nicht alles zum Besten gelaufen ist, steht ebenfalls außer Frage. So fehlt es zum Beispiel nach wie vor an einer gut koordinierten Fiskalpolitik der Regierungen in den Euro-Staaten und vielerorts mangelt es weiterhin an der nötigen Haushaltsdisziplin. Aber wer mag sich ausdenken, welches Chaos in Europa während der großen Finanzkrise 2008/09 geherrscht hätte, wenn die Länder versucht hätten, mit Hilfe ihrer nationalen Währungen nur ihre eigenen Interessen zu schützen?

Der Euro – ein Zeichen der Hoffnung

Doch der Euro ist nicht nur Wirtschaft, er ist auch Emotion. Nicht für all jene, die der Mark, dem Franc oder der Lira noch immer hinterhertrauern und glauben, früher sei alles besser gewesen. Aber für all jene, die Europa auf einem gemeinsamen Weg weiter vorangehen sehen wollen, ist die Gemeinschaftswährung ein Zeichen der Hoffnung und der Vernunft: Die Zeiten der Nationalstaaten mit ihren nationalen Währungen und nationalen Egoismen dürfen nicht wieder auferstehen.

338,6 Millionen Menschen
bezahlen in den 19 Euro-Staaten mit der Gemeinschaftswährung